Taubheitsgefühl in Unterlippe und Kinn nach der Zahn-OP
Lippe oder Kinn noch taub, obwohl die Betäubung vorbei ist? Melden Sie es am selben Tag: In den ersten 48 Stunden fallen die wichtigen Entscheidungen.
Geprüft von Zahnarzt Yiğit BalGeschrieben in der Türkei, von einem Zahnarzt. Klinikle ist ein Klinikverzeichnis und selbst keine Klinik – keine Praxis zahlt für einen Eintrag, und wir behandeln nicht. Wo eine Seite die Türkei der Behandlung in Deutschland gegenüberstellt, lesen Sie sie am besten im Bewusstsein, wo sie geschrieben wurde.
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Normalerweise kehrt das Gefühl nach einigen Stunden zurück, sobald die Betäubung nachlässt. Ist die Unterlippe, das Kinn oder eine Zungenhälfte danach noch taub, rufen Sie am selben Tag die Einrichtung an, die den Eingriff durchgeführt hat, und lassen Sie das schriftlich dokumentieren. Oft kommt das Gefühl auch dann noch von selbst wieder. Dennoch ist eine taube Lippe kein Restzustand, der sich über Nacht erledigt, sondern ein Befund mit eigenem Zeitplan.
Dieser Zeitplan ist der Grund für diese Seite. Bei kaum einer anderen Folge eines zahnärztlichen Eingriffs entscheidet der Abstand zwischen Feststellung und Reaktion so deutlich über den weiteren Verlauf, und bei kaum einer anderen wird so oft abgewartet.
Welcher Nerv betroffen ist, verändert die Lage
Im Unterkiefer verläuft in einem Knochenkanal der Nerv, der die Zähne, die Unterlippe und das Kinn einer Seite versorgt. Er tritt seitlich am Kinn wieder aus dem Knochen heraus, und genau dort liegen häufig Implantate oder Wurzelspitzen. Eine Beeinträchtigung zeigt sich als Taubheit der Unterlippe und einer Kinnhälfte, oft scharf an der Mittellinie begrenzt.
Ein zweiter Nerv verläuft dicht unter der Schleimhaut auf der Innenseite des Unterkiefers und versorgt die Zunge. Ist er betroffen, betrifft die Taubheit eine Zungenhälfte, und häufig verändert sich zusätzlich der Geschmack. Diese Lage entsteht eher bei Weisheitszähnen als bei Implantaten.
Im Oberkiefer sind bleibende Gefühlsstörungen selten, weil der versorgende Nerv anders verläuft. Taubheit an Wange oder Oberlippe klingt dort meist mit der Schwellung ab.
Eine Sorge lässt sich gleich hier ausräumen. Die Nerven, um die es geht, übermitteln Empfindung und steuern keine Muskeln. Ein hängender Mundwinkel oder ein Auge, das sich nicht schließen lässt, gehört zu einem anderen Nerv und hat mit dieser Situation nichts zu tun. Eine taube Lippe sieht im Spiegel unauffällig aus, und Sprechen und Essen sind erschwert, weil die Rückmeldung fehlt, nicht weil die Muskeln versagen.
Ausgelöst werden solche Störungen durch Druck, Dehnung, Wärme oder eine direkte Verletzung. Ein Implantat, das dem Kanal zu nahe kommt, ein Bohrer, eine Wurzelentfernung, ein Bluterguss im Gewebe, gelegentlich auch die Injektionsnadel selbst. Der Mechanismus bestimmt die Aussichten mit, und deshalb gehört die Frage, was genau gemacht wurde, an den Anfang jeder Abklärung.
Die ersten Stunden sind etwas anderes als die ersten Wochen
Örtliche Betäubungsmittel wirken je nach Präparat und Menge einige Stunden, bei Leitungsanästhesien im Unterkiefer gelegentlich bis in den Abend. Bleibt das Gefühl darüber hinaus aus, melden Sie das noch am selben Tag, auch wenn keine Schmerzen bestehen und auch wenn Sie sich vorkommen, als würden Sie übertreiben.
Der Grund ist ein praktischer. Liegt die Ursache in einem Implantat, das dem Nervkanal zu nahe gesetzt wurde, hängt die weitere Entscheidung an der Position, und sie fällt besser am selben Abend als in der nächsten Woche. Je früher ein Druck auf den Nerv beseitigt wird, desto besser fällt in der Regel die Erholung aus. Eine Nachricht, die am Montag beantwortet wird, nimmt diese Möglichkeit aus der Hand.
Ein Zeitraster, an dem Sie sich orientieren können
Die folgenden Zeitangaben sind Erfahrungswerte für die Einordnung und keine Prognose für Ihren Fall.
| Zeitpunkt | Was ansteht |
|---|---|
| Noch am Eingriffstag | Feststellung melden, schriftlich festhalten lassen |
| Erste 24 bis 48 Stunden | Ursache klären, Röntgen- oder Schnittbild beurteilen, gegebenenfalls über die Implantatposition entscheiden |
| Erste Wochen | Befund messen und dokumentieren, Verlauf in festen Abständen vergleichen |
| Nach etwa drei Monaten | Vorstellung in einer mund-, kiefer- und gesichtschirurgischen Sprechstunde, falls keine deutliche Besserung eingetreten ist |
| Nach sechs bis zwölf Monaten | Was bis dahin geblieben ist, bildet sich erfahrungsgemäß kaum noch zurück |
Das letzte Feld dieser Tabelle ist der Grund für die Eile in den ersten beiden. Ein Befund, der sich über Monate hinzieht, wird nicht dadurch besser, dass man ihm mehr Zeit gibt, und die Möglichkeiten, aktiv einzugreifen, liegen ganz am Anfang.
Viele Gefühlsstörungen bessern sich innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten, und zwar ohne dass etwas dafür getan werden müsste. Die Erholung verläuft dabei selten geradlinig; ein Kribbeln oder ein unangenehmes Ziehen an einer zuvor tauben Stelle ist häufig ein Zeichen dafür, dass der Nerv wieder arbeitet.
Wörter, die den Befund genauer machen
„Taub“ ist für ein Telefonat zu ungenau. Vier Unterscheidungen bringen ein Gespräch sofort weiter.
- Gefühl vermindert, aber vorhanden, oder vollständig aufgehoben.
- Kribbeln, Ameisenlaufen oder Prickeln an der betroffenen Stelle.
- Berührung unangenehm oder schmerzhaft, obwohl sie es nicht sein sollte.
- Geschmack verändert, was auf den Zungennerv hinweist.
Zeichnen Sie dazu das betroffene Gebiet auf eine Skizze Ihres Gesichts, mit Datum. Wiederholen Sie das wöchentlich. Eine Fläche, die kleiner wird, ist die aussagekräftigste Nachricht, die Sie einem Behandlungsteam schicken können, und sie ist auch dann noch verwertbar, wenn Monate später jemand den Verlauf beurteilen soll.
Was in der Akte stehen muss
In Deutschland ist die Dokumentation der Behandlung gesetzlich vorgeschrieben (§ 630f BGB), und Sie haben ein Recht auf Einsicht und Kopien Ihrer Patientenakte (§ 630g BGB). Bei einer Gefühlsstörung sind vier Einträge wichtig.
Erstens der Zeitpunkt, zu dem Sie die Störung gemeldet haben. Zweitens ein erhobener Befund, nicht nur Ihre Schilderung, also eine Prüfung der Empfindung mit Angabe des betroffenen Gebiets. Dazu gehören in der Regel eine Prüfung der leichten Berührung im Seitenvergleich, die Unterscheidung von spitz und stumpf, die Wahrnehmung von warm und kalt und, bei Verdacht auf den Zungennerv, eine Frage nach dem Geschmack. Das dauert wenige Minuten und liefert einen Ausgangswert, mit dem sich jede spätere Untersuchung vergleichen lässt. Drittens die bildgebende Beurteilung der Lage von Implantat oder Wurzel zum Nervkanal. Viertens die daraus gezogene Konsequenz, auch wenn sie im Abwarten besteht.
Fehlen diese Einträge, fehlt später die Grundlage für jede Beurteilung, unabhängig davon, wie der Verlauf ausgeht. Wie man eine Akte anfordert und was sonst zur eigenen Dokumentation gehört, ist in Wenn etwas schiefgelaufen ist beschrieben.
Wen Sie anrufen, in welcher Reihenfolge
- Die Einrichtung, die den Eingriff durchgeführt hat, am selben Tag, und zwar telefonisch und anschließend schriftlich.
- Eine Praxis für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie oder eine Klinik in Ihrer Nähe, wenn die Störung anhält oder wenn die behandelnde Einrichtung nicht erreichbar ist.
- Ihre zahnärztliche Praxis am Wohnort, für Befunderhebung und Verlaufskontrolle.
- Bei einer Behandlung in Deutschland zusätzlich die Landeszahnärztekammer, deren Gutachter- und Schlichtungsstelle über Behandlungsfehler außergerichtlich entscheidet, oder die Kassenzahnärztliche Vereinigung, deren Gutachterverfahren Mängel an Kassenleistungen betrifft.
An Universitätskliniken gibt es Sprechstunden, die sich mit Nervenverletzungen im Gesichtsbereich befassen, einschließlich der Frage, ob ein mikrochirurgischer Eingriff sinnvoll sein kann. Für diese Frage gilt ein enges Zeitfenster, weshalb eine späte Vorstellung Möglichkeiten verschließt, die früher offen gewesen wären.
Wenn der Eingriff im Ausland stattgefunden hat
Hier kommt ein organisatorisches Problem zur medizinischen Lage dazu. Die Entscheidung über ein Implantat, das zu nah am Kanal sitzt, fällt am besten dort, wo es gesetzt wurde, und Sie sind zu diesem Zeitpunkt vielleicht schon zu Hause oder sitzen im Flughafen.
Dazu kommt, dass die Wege zur Klärung eines Streitfalls andere sind. Die im vorigen Abschnitt genannte vierte Adresse entfällt hier, denn die Verfahren der Kammern und der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen stehen für Behandlungen ihrer Mitglieder offen und nicht für eine Behandlung, die in einem anderen Land stattgefunden hat.
Drei Dinge helfen. Melden Sie die Störung, solange Sie noch vor Ort sind, und bestehen Sie auf einem schriftlichen Befund, bevor Sie abreisen. Nehmen Sie die Bilddaten als Datei mit, nicht als Abfotografiertes vom Bildschirm, und lassen Sie sich Hersteller, System und Länge des Implantats geben; warum diese Angaben hier den Unterschied machen, erklärt Implantatpass und Implantatmarke prüfen. Und klären Sie vor der Reise, welche Praxis in Deutschland Sie im Verlauf ansieht, denn eine Absage in dieser Lage kostet Wochen; wie sich dieses Gespräch führen lässt, behandelt Wenn Ihr Zahnarzt die Nachsorge ablehnt.
Im Alltag kommt dazu, dass Sie eine taube Lippe oder Zunge nicht spüren, wenn Sie darauf beißen, und dass heiße Getränke ihre Warnung verlieren. Achten Sie in den ersten Wochen bewusst darauf. Ob eine Schwellung daneben normal verläuft, lässt sich an Die Schwellung Tag für Tag abgleichen.
Diese Seite enthält allgemeine Informationen und keine medizinische Beratung. Ergebnisse fallen individuell unterschiedlich aus; ob eine Behandlung für Sie geeignet ist, lässt sich erst nach persönlicher Untersuchung und Röntgenaufnahmen durch eine zahnärztliche Fachperson beurteilen.
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